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Neuigkeiten

Die Tape-Sicherung hat noch lange nicht ausgedient

Das Ende der Tapes schien schon seit Jahren sicher, doch bekanntlich leben Totgesagte länger. Wer heute einen zweiten Blick auf die Tape-Sicherung wirft, wird überrascht sein, wie lebendig der Markt für diese Datenträger tatsächlich ist. Viele Unternehmen setzen immer häufiger auf Bandsicherung, obwohl oder gerade weil sich ihre Nutzung im Laufe der Jahre verändert hat.
Die Magnetband-Technik hat in den letzten 50 Jahren einen weiten Weg zurückgelegt. Offene 10,5-Zoll-Spulenbänder entwickelten sich zu Viertel-Zoll-Kassetten und diese dienten wiederum als Wegbereiter für virtualisierte Storage-Umgebungen.

Erstaunlicherweise reißen die Debatten über Tape-Technik nicht ab. Viele Disk-Fans sind gar der Meinung, dass Tapes, Cartridges und Kassetten in eine verstaubte Box auf den Dachboden gehören. Nichtsdestotrotz entscheiden sich immer noch rund 90 Prozent der Unternehmen für Tapes als Backup-Medium schlechthin, so eine Umfrage von Gartner aus dem Jahre 2008. Aber warum?

Der Hase und der Igel

Zunächst konnte die Bandtechnologie mit den sich schnell wandelnden Storage-Anforderungen Schritt halten. Moderne Tape-Formate fassen heutzutage bis zu 1,6 Terabytes an Daten, was sie zu einer kosteneffizienten Alternative bei tragbaren Speichermedien macht.
Die Nachfrage nach Tapes steigt, so nahm der Verkauf von Bandlaufwerken mit LTO-Technik (Linear Tape Open) 2007 um 15 Prozent und der Verkauf von LTO-Kassetten im Jahr 2008 um 10 Prozent zu. Führende Hersteller wie Fuji, HP und IBM investieren weiterhin, um die Band-Technologie auf dem aktuellen Stand zu halten.

Greifbarer Datenbestand

Für Daten, die auf keinen Fall verloren gehen sollten, stellen analoge Backup-Datenträger eine komfortable Lösung dar. Tapes stehen für etwas Physisches in einer virtuellen Welt – man kann die Daten darauf sehen, sie berühren und sich so versichern, dass sie tatsächlich da sind.

Bänder sind im Falle einer Störung zudem einfach aus einem Rechenzentrum mitzunehmen und an einem anderen Standort einzuspielen. Sie sorgen damit für die erforderliche Business Continuity.

Es scheint, dass diese Art eines physischen Speichers das menschliche Bedürfnis nach sichtbarer Sicherheit erfüllt. Daher bezeichnen viele Unternehmen Tapes als eine Art Sprungtuch für den Notfall.

Dieser psychologische Aspekt liefert eine fundierte Begründung für die anhaltende Erfolgsgeschichte der Tapes. Die Datenträger begleiten IT-Verantwortliche seit jeher; man benötigt weder neue Hardware noch neue Schulungen – und sie funktionieren.

Tapes sind zudem einmalig, was ihre Kosteneffizienz betrifft: Ein Terabyte dieses Datenträgers kostet in der Speicherung nichts. Ob Tape oder digitaler Speicher – beide Formate haben ihre besonderen Reize, weshalb sie für viele Unternehmen sich ergänzende Technologien darstellen.

Die Krux ist, dass die größten Stärken von Tapes gleichzeitig deren größte Schwachstellen sind. So werden ihre Eigenschaften wie Langlebigkeit und Stabilität fatalerweise oft mit Unverwüstlichkeit gleichgesetzt, doch auch Tapes sind nicht unzerstörbar.
Dass sie ein tragbares Speichermedium sind und damit leicht abhanden kommen können, macht sie gerade deswegen zu einem Risikofaktor.

Die Lagerhaltung macht den Unterschied

Grundsätzlich sind bei der Lagerung einige Faktoren zu berücksichtigen. Gerade viele kleine und mittelständische Unternehmen bewahren ihre Tapes aus Kostengründen in den eigenen Räumlichkeiten auf.
Bei unsachgemäßer Lagerung kann es ein böses Erwachen geben, wenn die vermeintlich gesicherten Daten plötzlich nicht mehr wieder herstellbar sind. Tape-Kassetten erfordern eine trockene Umgebungsluft, zu viel Wärme ist eben so schädlich wie zu niedrige Temperaturen.

Hinzu kommt, dass Zwischenfälle wie ein Feuer oder Hochwasser zwar unwahrscheinlich, aber eben nicht unmöglich sind. Deshalb ist eine Lagerung der Kassetten im Keller eines Unternehmensgebäudes nicht nur nach lagertechnischen Aspekten kritisch.
Aus Sicherheitsgründen sollten Unternehmen ihre Tapes an einem anderen Standort als dem eigenen Firmensitz aufbewahren. Hierfür bieten externe Dienstleister die Einlagerung der Datenträger in hochsicheren Archiven an.

Das Band mag es gerne trocken und zimmerwarm

Diese gesicherten Center sind auf die spezifischen Lageranforderungen von Tapes ausgelegt. Darüber hinaus dient dieser so genannte externe Datenträgerschutz auch der Absicherung und Wiederherstellung der Daten im Katastrophenfall.
Tritt ein Notfall im eigenen Unternehmen ein, können Unternehmen den kürzlich zurückliegenden Status Quo ihres Rechenzentrums über die externen Datenträger wiederherstellen.
Gleichzeitig sind ihre Daten dank der hohen Sicherheitsstandards und des geschulten Personals des Dienstleisters sowohl vor Datenklau als auch Manipulation geschützt.


Daten im Tape-Tresor

Zwar haben Tapes den Ruf einer veralteten Technologie, dennoch sollten Unternehmen sie für ihre Speicherung in Erwägung ziehen. Archivierungsspezialisten wie Iron Mountain holen die Backup-Datenträger nach Bedarf ab und liefern sie auch rund um die Uhr wieder an den Kunden aus.

So kann sicher gestellt werden, dass Informationen immer genau dann zur Verfügung stehen, wenn sie benötigt werden. Die dafür verwendeten Transportfahrzeuge sind entsprechend klimatisiert, speziell gesichert und per Satellit verfolgbar.

Einmal im Archivcenter des Dienstleisters angekommen, werden die Daten rund um die Uhr bewacht. Spezielle Brandfrüherkennungssysteme, Brandmauern und Stahltüren verhindern Schwelbrände oder Feuer innerhalb der Archive – ohne die Bänder durch Wasser aus Sprinkleranlagen zu beschädigen.

Die eingesetzten Brandmeldeanlagen sind über Standleitungen auf die zuständigen Leitstellen der Feuerwehr aufgeschaltet. Durch eine permanente Klimakontrolle und -steuerung lagern die Tapes stets bei idealen Temperaturen und entsprechender Luftfeuchtigkeit.


Rufmord kann tödlich sein

Externe Partner für das Informationsmanagement können Unternehmen dabei unterstützen, ihren hart erarbeiteten guten Ruf zu verteidigen und sie bei der korrekten Umsetzung komplexer interner und externer Bestimmungen beraten.

Unternehmen müssen sich gegen den falschen Umgang mit Daten wappnen und Initiative ergreifen. Tun sie das nicht, riskieren sie katastrophale Konsequenzen. Dabei spielt es keine Rolle, wie die Informationen abhanden kamen oder zerstört wurden.

Tapes sind wahre Überlebenskünstler und indem man ihre Stärken mit einer jahrzehntelangen Storage-Expertise verbindet, erhalten Unternehmen ein Medium, das ihre geschäftskritischen Daten lange, kostengünstig und zweckgemäß verwahrt.

18.06.2010 | Autor: Hans-Günter Börgmann, Iron Mountain Deutschland

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